Startchancen-Programm: Wissenschaftlich messbar Ungleichheit reduzieren

Schulkinder schreiben in ihre Hefte während des Unterrichts im Rahmen des Startchancen-Programms, konzentriert auf ihre Lernaktivitäten.

Verfasst von

Jonathan Vossen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat am 03.07. bekannt gegeben, dass ein hochqualifizierter Forschungsverbund, geleitet von Prof. Dr. Kai Maaz, die wissenschaftliche Begleitung des Startchancen-Programms übernimmt.

Wissenschaftliche Begleitung über 10 Jahre

Das Startchancen-Programm wird über seine gesamte Laufzeit wissenschaftlich begleitet, um sicherzustellen, dass die Bildungsförderung effektiv von der sozialen Herkunft der Schüler entkoppelt wird. Diese wissenschaftliche Begleitung, die von einem unabhängigen Gremium empfohlen wurde, zielt darauf ab, Schule und Unterricht datengestützt weiterzuentwickeln und tiefgreifende Veränderungsprozesse zu fördern, die nachhaltig im Bildungssystem verankert werden sollen. Der Forschungsverbund sieht in der wissenschaftlichen Begleitung die Möglichkeit, die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren des Bildungssystems zu stärken und dadurch einen Paradigmenwechsel in der Bildungsförderstrategie zu erreichen.

Bedeutung für Schulen und nächste Schritte

Für Schulen bedeutet die Einrichtung des Forschungsverbunds zunächst keine direkte Unterstützung. Es wird erwartet, dass der Verbund seine Arbeit zur wissenschaftlichen Begleitung des Startchancen-Programms am 1. Oktober 2024 aufnehmen wird. Laut dem Orientierungspapier des BMBF wird der Forschungsverbund auch die länderseitig aufzubauenden Unterstützungsstrukturen für das Startchancen-Programm flankieren. Wie genau die Umsetzung aussehen wird, bleibt abzuwarten.

Wirksamkeit soll sichergestellt werden

Die Überwachung und Bewertung der Wirksamkeit der eingeführten Bildungsmaßnahmen ist ein kritischer Aspekt dieses Programms. Die wissenschaftliche Begleitung, geleitet von Prof. Dr. Kai Maaz, zielt darauf ab, diese Maßnahmen präzise zu evaluieren und anzupassen. Dies soll nicht nur die Qualität der Bildung erhöhen, sondern auch sicherstellen, dass die Programmziele erreicht werden und die Maßnahmen eine nachhaltige Wirkung haben.

Offene Fragen und Herausforderungen

Es ist zu begrüßen, dass die Evaluation des Programms und die wissenschaftliche Sicherstellung der Wirksamkeit von vorne herein mitgedacht werden. Dies ist zweifellos ein wünschenswerte Anwendung der Erkenntnisse aus dem AnC-Programm, das genau an dieser Stelle dünner aufgestellt war. Obwohl der Plan für die Implementierung des Startchancen-Programms klar ist, bleiben dennoch Fragen zur genauen Ausführung der Unterstützung durch den wissenschaftlichen Verbund offen. Wie genau die Brücke von bildungspolitischen Entscheidungen bis hinein in den täglichen Schulalltag gebaut wird, bleibt abzuwarten. Die bald erscheinenden Maßnahmenkataloge der Länder, die als Leitplanken für den Einsatz von zwei Drittel des Chancenbudgets diesen sollen, werden hier sicherlich weitere Konkretisierungen schaffen.

Kurzübersicht

  • Ankündigung durch das BMBF: Forschungsverbund unter Prof. Dr. Kai Maaz übernimmt wissenschaftliche Begleitung des Startchancen-Programms.
  • Langfristige Begleitung: Programm wird über zehn Jahre wissenschaftlich begleitet.
  • Programm-Ziele: Verbesserung der Bildung unabhängig von sozialer Herkunft, datengestützte Schulentwicklung.
  • Aufgabe Forschungsverbund: Überwachung und Bewertung der Bildungsmaßnahmen.
  • Beginn: Arbeitsaufnahme des Forschungsverbunds am 1. Oktober 2024.

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