Startchancen-Chancenbudget (Säule II) effektiv einsetzen

Verfasst von

Jonathan Vossen

Das Chancenbudget der Säule II des Startchancenprogramms bietet Schulen finanzielle Mittel, um spezifische Maßnahmen zur Verbesserung der Schul- und Unterrichtsentwicklung zu ergreifen. Diese Budgets sollen Schulen dabei unterstützen, ihre Autonomie zu stärken und gezielt auf lokale Bedürfnisse einzugehen. Im Folgenden werden die förderfähigen Maßnahmen, individuelle und institutionelle Förderungen sowie die Bedeutung der Chancenbudgets für die Chancengerechtigkeit näher erläutert.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Das Chancenbudget der Säule II ermöglicht Schulen, Mittel für die Schul- und Unterrichtsentwicklung zu nutzen.
  • Zwei Drittel des Budgets sind für spezifische Maßnahmen vorgesehen, ein Drittel steht den Schulen zur freien Verfügung.
  • Das BMBF hat ein Orientierungspapier zur Verwendung der Chancenbudgets veröffentlicht, das förderfähige Maßnahmen definiert.
  • Die Stärkung der Schulautonomie ist ein zentrales Ziel des Chancenbudgets.
  • Das Programm zielt darauf ab, Chancengerechtigkeit zu fördern und benachteiligte Schüler gezielt zu unterstützen.

Förderfähige Maßnahmen im Rahmen des Chancenbudgets

Das Startchancen-Programm unterstützt gezielt Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler. Dafür investieren Bund und Länder erhebliche Mittel, um die Chancengerechtigkeit zu fördern. Im Rahmen des Chancenbudgets können verschiedene Maßnahmen finanziert werden, die zur Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen beitragen.

Lehr- und Lernmaterialien

Ein Teil des Budgets wird für die Anschaffung von Lehr- und Lernmaterialien verwendet. Dies umfasst sowohl klassische Unterrichtsmaterialien als auch digitale Medien und technische Ausstattung. Ziel ist es, eine moderne und förderliche Lernumgebung zu schaffen, die den aktuellen pädagogischen Anforderungen entspricht.

Unterstützende Angebote

Das Chancenbudget ermöglicht auch die Finanzierung von unterstützenden Angeboten. Dazu gehören Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Lehrkräfte, Teamentwicklung, Mediation und Supervision. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, das Schulklima zu verbessern und die pädagogische Arbeit zu stärken.

Dienstleistungen und Beratungen

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Finanzierung von Dienstleistungen und Beratungen. Hierzu zählen unter anderem externe Beratungsdienste, die Schulen bei der Schul- und Unterrichtsentwicklung unterstützen. Auch die Schulsozialarbeit kann durch zusätzliche Stellen gestärkt werden, um den spezifischen Herausforderungen vor Ort besser begegnen zu können.

Die Chancenbudgets aus Säule II sollen Schulen unterstützen, guten und modernen Unterricht anbieten zu können und den Gegebenheiten vor Ort Rechnung zu tragen.

Individuelle und institutionelle Förderung

Individuelle Förderung

Die individuelle Förderung zielt darauf ab, die Potenziale jedes einzelnen Schülers zu erkennen und zu entwickeln. Dies umfasst:

  • Systematische Potenzialförderung und Kompetenzentwicklung
  • Berufliche Orientierung (nicht für Grundschulen)
  • Angebote zur Förderung von Basiskompetenzen aus wissenschaftlich evaluierten Programmen
  • Qualifizierung und Begleitung von ehrenamtlichen Patinnen und Paten zur Lernbegleitung
  • Gesundheitsförderung, z. B. Ernährung, Bewegung, Suchtprävention, Medienkonsum
  • Soziale Kompetenztrainings und Trainings für gewaltfreie Kommunikation
  • Maßnahmen zur potenzialorientierten Begabungsförderung und Identifikation von Talenten

Individuelle Diagnostik mit maßgeschneiderter Förderung verbinden, um die Basiskompetenzen in Deutsch und Mathematik zu stärken.

Institutionelle Förderung

Die institutionelle Förderung konzentriert sich auf die Entwicklung der Schule als Ganzes. Dies beinhaltet:

  • Schul- und Unterrichtsentwicklung
  • Professionalisierung des Personals
  • Gestaltung von Übergängen
  • Öffnung in den Sozialraum

Durch diese Maßnahmen soll die Schulautonomie gestärkt und die Qualität der Bildungseinrichtungen verbessert werden. Die institutionelle Förderung schafft die Rahmenbedingungen, damit individuelle Förderung erfolgreich umgesetzt werden kann.

Beispiele für Fördermaßnahmen

Einige spezifische Maßnahmen, die im Rahmen des Chancenbudgets gefördert werden können, sind:

  1. Implementierung von Programmen zur Stärkung der Basiskompetenzen in Deutsch und Mathematik
  2. Durchführung von sozialen Kompetenztrainings
  3. Gesundheitsfördernde Maßnahmen wie Ernährungs- und Bewegungsprogramme
  4. Qualifizierung von ehrenamtlichen Lernbegleitern
  5. Maßnahmen zur Identifikation und Förderung von Talenten

Diese Maßnahmen tragen dazu bei, Bildungsgerechtigkeit und individuelle Förderung zu gewährleisten.

Bedeutung der Chancenbudgets für die Chancengerechtigkeit

Zielsetzung des Programms

Das Chancenbudget zielt darauf ab, Chancengerechtigkeit in den Schulen zu fördern. Durch die Bereitstellung von finanziellen Mitteln sollen Schulen in die Lage versetzt werden, bedarfsgerechte Lösungen zu entwickeln, die den Gegebenheiten vor Ort Rechnung tragen. Dies stärkt die Schulautonomie und ermöglicht es den Schulen, spezifische Maßnahmen zu ergreifen, die zur Chancengerechtigkeit beitragen.

Maßnahmen zur Förderung der Chancengerechtigkeit

Die Chancenbudgets können für eine Vielzahl von Maßnahmen eingesetzt werden, darunter:

  • Lehr- und Lernmaterialien
  • Unterstützende Angebote wie Dienstleistungen und Beratungen
  • Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen
  • Teamentwicklung, Mediation und Supervision

Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass alle Schüler, unabhängig von ihrer sozialen oder wirtschaftlichen Herkunft, gleiche Bildungschancen erhalten.

Erwartete Auswirkungen

Die erwarteten Auswirkungen der Chancenbudgets sind vielfältig. Zum einen sollen sie die Qualität des Unterrichts verbessern und zum anderen die Chancengerechtigkeit fördern. Durch die gezielte Unterstützung können Schulen ihre Ressourcen effizienter einsetzen und somit bessere Bildungsergebnisse erzielen.

Die Chancenbudgets eröffnen den Startchancen-Schulen Freiräume und ermöglichen bedarfsgerechte Lösungen, die den Gegebenheiten vor Ort Rechnung tragen.

Verteilung und Verwaltung der Chancenbudgets

Verwaltung der Mittel

Die Verwaltung der Chancenbudgets liegt in der Verantwortung der Schulen. Diese müssen sicherstellen, dass die Mittel zweckgebunden und effizient eingesetzt werden. Ein wichtiger Aspekt ist die transparente Dokumentation aller Ausgaben, um die Nachvollziehbarkeit und Kontrolle zu gewährleisten.

Das Chancenbudget soll Spielräume für diejenigen eröffnen, die vor Ort Verantwortung tragen und das Miteinander an der Schule jeden Tag aufs Neue gestalten.

Berichtspflichten und Kontrolle

Schulen sind verpflichtet, regelmäßig Berichte über die Verwendung der Chancenbudgets vorzulegen. Diese Berichte dienen der Kontrolle und sollen sicherstellen, dass die Mittel im Sinne der bedarfsgerechten Lösungen in der Schul- und Unterrichtsentwicklung eingesetzt werden. Die Berichte werden von den zuständigen Behörden geprüft und bewertet.

Zusammenarbeit zwischen Schule und Land

Vereinbarungen zur Mittelverwendung

Die wirksame Kooperation zwischen Schulen und regionalen Behörden ist entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung des Chancenbudgets. In den Eckpunkten wird viel von Netzwerken, Kooperationen und gemeinsamen Entwicklungsgesprächen gesprochen. Schulen erhalten umfassende Unterstützung und Begleitung, um die Zielerreichung sicherzustellen. Die geplanten Maßnahmen werden in Zielvereinbarungen festgehalten, die von den zuständigen schulfachlichen Dezernentinnen und Dezernenten der Regionalen Landesämter für Schule und Bildung sowie den Kolleginnen und Kollegen des Beratungs- und Unterstützungssystems beratend und unterstützend begleitet werden.

Erstellung von Leitfäden

Zur Unterstützung der Schulen bei der Umsetzung des Chancenbudgets werden Leitfäden erstellt, die klare Vorgaben und Richtlinien enthalten. Diese Leitfäden dienen als Orientierungshilfe und unterstützen die Schulen dabei, die Mittel effizient und zielgerichtet einzusetzen. Die Vernetzung und Kooperation zwischen verschiedenen Bildungseinrichtungen und anderen sozialen Akteuren wird gefördert, um gemeinsame Ziele zu verfolgen und die Wirksamkeit von Unterstützungssystemen zu erhöhen.

Beispiele erfolgreicher Kooperationen

Erfolgreiche Kooperationen zwischen Schulen und regionalen Unternehmen sind einer der wichtigsten Bausteine für eine wirksame berufliche Orientierung. Diese Kooperationen ermöglichen es den Schulen, praxisnahe Lernangebote zu schaffen und den Schülerinnen und Schülern wertvolle Einblicke in die Arbeitswelt zu geben. Ein Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit zwischen Schulen und regionalen Unternehmen, die gemeinsam Projekte zur beruflichen Orientierung und Praktikumsplätze anbieten. Solche Kooperationen tragen maßgeblich zur Stärkung der Schulautonomie und zur Förderung der Bildungsgerechtigkeit bei.

Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Land ist ein zentraler Faktor für die erfolgreiche Förderung der Chancengerechtigkeit.

Fazit

Das Chancenbudget der Säule II des Startchancen-Programms stellt eine bedeutende Ressource für Schulen dar, um ihre Autonomie zu stärken und gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit zu ergreifen. Durch die flexible Verwendung von zwei Dritteln des Budgets für spezifische Maßnahmen und einem Drittel für eigenständige Zielsetzungen, können Schulen individuell auf ihre Bedürfnisse eingehen. Die vom BMBF vorgegebenen Leitlinien bieten dabei eine wertvolle Orientierungshilfe. Insgesamt ermöglicht das Chancenbudget den Schulen, ihre Schul- und Unterrichtsentwicklung bedarfsgerecht und nachhaltig zu gestalten, was letztlich zu einer besseren Bildungsqualität und Chancengleichheit führt.

Häufig gestellte Fragen

Was beinhaltet das Chancenbudget der Säule II?

Mit den Chancenbudgets werden den Schulen jährlich Mittel zugewiesen, die sie für ihre Schul- und Unterrichtsentwicklung verwenden können. Zwei Drittel des Budgets können aus einem umfangreichen Katalog möglicher Maßnahmen ausgewählt werden, die für die eigene Schule am besten passen.

Wie viel des Budgets steht den Schulen zur freien Verfügung?

Ein Drittel des Budgets steht den Schulen zur eigenständigen Zielerreichung der Startchancen-Ziele zur Verfügung. Zwei Drittel müssen für bestimmte Maßnahmen verwendet werden.

Welche Maßnahmen können durch das Chancenbudget gefördert werden?

Das Chancenbudget kann für Lehr- und Lernmaterialien sowie für unterstützende Angebote wie Dienstleistungen oder Beratungen eingesetzt werden, z.B. Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, Teamentwicklung, Mediation und Supervision.

Was ist das Ziel der Säule II des Startchancenprogramms?

Das Ziel der Säule II ist es, die Autonomie der Schulen zu verbessern und ihnen zu ermöglichen, spezifische Maßnahmen zu ergreifen, die zur Stärkung der Chancengerechtigkeit beitragen.

Wie wird die Verwendung der Chancenbudgets kontrolliert?

Die Verwendung der Chancenbudgets wird durch Berichtspflichten und Kontrollen sichergestellt. Schulen müssen nachweisen, wie die Mittel verwendet wurden und welche Maßnahmen umgesetzt wurden.

Welche Rolle spielt das Orientierungspapier des BMBF?

Das Orientierungspapier des BMBF gibt vor, wofür zwei Drittel der Mittel eingesetzt werden dürfen. Es dient als Leitfaden für die Schulen bei der Verwendung der Chancenbudgets.

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